Friday, November 30, 2012

Kind of Scary

Man sieht sie hier ja jeden Tag x-mal, aber so recht habe ich mich noch nicht an den Anblick gewöhnt:



Wann immer ein Flieger (vermeintlich) auf ein Hochhaus zufliegt, kommen Erinnerungen an die 9/11-Anschläge hoch. Mehr als zehn Jahre ist es her, aber bis die Bilder in der kollektiven Erinnerung gelöscht sind, wird es wohl noch eine Weile dauern.

Aufgenommen am "Alexandria House" in Old Town Alexandria; der Flieger ist im Anflug auf den Reagan National Airport ein paar Meilen nördlich.

Friday, November 23, 2012

Black Friday

Als "Black Friday" bezeichnen die Amerikaner den Freitag nach Thanksgiving, an dem die Retail Stores traditionell besonders gute "Deals" anbieten. Viele Geschäfte werden bereits um Mitternacht geöffnet und bieten ausgewählte Artikel stark reduziert an. Die Leute stellen sich Stunden vorher an, um eines der begehrten Schnäppchen zu erwischen.

Besonders groß ist der Ansturm bei Unterhaltungselektronik, so zum Beispiel bei "Sears", "Apple" oder beim "MicroCenter", oder wie hier bei "Best Buy" auf dem Rockville Pike:



Diese drei Kundinnen standen in der Schlange, um einen 40-Zoll-LCD-Fernseher zu kaufen, der für 179 Dollar angeboten wurde (regulär 419 Dollar):



Sie warteten bereits drei Stunden und hatten sich angesichts der zu erwartenden eisigen Temperaturen warm angezogen. Um dem Ansturm gerecht zu werden, hatte "BestBuy" angekündigt, gegen zehn Uhr "Tickets" auszugeben, mit denen man um Mitternacht eingelassen werden sollte.

Einer der Kritikpunkte am "Black Friday" ist die Tendenz der Stores, immer früher aufzumachen. Während die Geschäfte viele Jahre lang am Freitag Morgen um 6 Uhr öffneten, haben die großen Ketten die Öffnungszeiten in den letzten Jahren immer weiter vorverlegt. Zunächst bis auf Mitternacht, und in diesem Jahr - ausgelöst durch den "Walmart"-Konzern - vielfach bereits auf 20 Uhr. Das findet - selbst unter den konsumfreudigen Amerikanern - keine ungeteilte Zustimmung, vor allem wegen der damit verbundenen Abwertung des wichtigen Familienfeiertags Thanksgiving.

Sunday, November 18, 2012

Streets of Berlin

Letzten Donnerstag und Freitag war ich in Berlin und hatte ein paar Stunden Zeit, umher zu spazieren und Eindrücke zu sammeln. Es war neblig, grau und kalt und rund um das Gebiet zwischen Dom und Alexanderplatz reihte sich eine Baustelle an die andere. Genau richtig für ein paar Schwarz-Weiß-Bilder.


Bahnhof Alexanderplatz


Der Schlossplatz mit dem Berliner Dom


Figuren an der Spreepromenade


Karl-Liebknecht-Straße am Alexanderplatz


Berliner Rathaus und Fernsehturm


Mühlendamm, Richtung Leipziger Straße

Das letzte Mal habe ich im April 2006 in Berlin fotografiert. Damals wurde der Palast der Republik abgerissen; an seiner Stelle soll einmal das neue Berliner Schloss stehen; einstweilen vertreten durch die Humboldt Box. Damals wie heute war Berlin quirlig und fotogen und ich hoffe, irgendwann einmal etwas mehr Zeit zu haben.

Friday, November 9, 2012

Streets of D.C.

Von der Corcoran Gallery zur Deutschen Botschaft. Ein, zwei Kilometer. K, L, M Street People?




















Wednesday, November 7, 2012

Invitational Exhibit

Bei der Suche nach einem Titel für dieses Posting habe ich eine ganze Weile überlegen müssen. Alternativen wären "Rockville Pike", "Brooks Jensen Show", "Fotographers at the Factory" oder "Fotoweek DC" gewesen.

Worum geht's?

Am 11. November findet in der Multiple Exposures Gallery der Torpedo Factory der Empfang für eine Ausstellung statt, an der ich auch beteiligt bin. Ausgeschrieben wurde sie von einer Gruppe von Fotografen der TF, die sich "Fotographers at the Factory" nennt. Die Fotoshow besteht aus Bildern, die aus Anlass der FotoWeekDC im Rahmen einer Juried Show (also eines Wettbewerbs) ausgewählt wurden. Teilnehmen durften alle "akkreditierten" Fotografen der Torpedo Factory, also alle, die Associate oder Resident Artist oder aber Mitglied der Multiple Exposures Gallery sind. Eine kleine "Elite" von etwa 25 Fotokünstlern.



Das Besondere an der Show war nicht nur, dass sie im Rahmen der mittlerweile auch international Anerkennung findenden FotoWeekDC veranstaltet wurde, sondern dass sie von Brooks Jensen juriert wurde (u.a. dank der Überredungskünste meines Studionachbarn Craig Sterling). Brooks Jensen ist Herausgeber und Autor der Zeitschrift Lenswork und genießt internationale Anerkennung auf dem Gebiet der Fine Art Fotografie. Brooks ist auch Buchautor und hat sich auf kleinformatige Drucke und handgearbeitete Fotobücher spezialisiert.

Also ein großer Name, und diejenigen, die es in die Show geschafft haben, bilden sich natürlich was drauf ein (so auch ich ;-)

Was hat das alles mit dem "Rockville Pike" zu tun? Ganz einfach, das war mein Beitrag. Anstatt den vermeintlich risikoarmen Weg zu gehen und drei existierende, bewährte Stücke einzureichen, wollte ich was Neues für die Show machen und habe ich mich entschlossen, den Rockville Pike zu porträtieren. Dazu bin ich einen ganzen Tag bei sengender Sonne mit meinem kleinen Faltrad die zehn Kilometer lange, sechsspurige Straße auf- und abgefahren, um nach Motiven zu suchen. Ich hatte mir einige ästhetische Vorgaben ins Pflichtenheft geschrieben, etwa die ausschließliche Verwendung eines Weitwinkelobjektivs, das Fotografieren in Schwarz/Weiß, die Anwendung des in der E-M5 eingebauten "Dramatic Tone" Filters und die Tiefendarstellung mittels linearer Perspektive mit zwei Fluchtpunkten.

Das Ergebnis war meines Erachtens recht nah an der Außengrenze der FineArt-Fotografie, insbesondere wenn man sieht, wie oft die eingereichten Beiträge sich in der Nähe des Pictorialismus positionieren. Aber es hat offenbar funktioniert, denn eines der Bilder wurde angenommen (die ganze Serie zeige ich in einem separaten Beitrag):



Insgesamt wurden 29 Werke von 19 Fotografen angenommen. Beteiligt hatten sich 28 Fotografen: nicht alle haben es also geschafft, darunter auch ein paar "Etablierte".

Wenn ihr also am nächsten Sonntag noch nichts vorhabt, fühlt euch in die Multiple Exposures Gallery der Torpedo Factory in Alexandria, VA, eingeladen, und freut euch über eine ansehnliche Vielfalt an Bildern von einer der profiliertesten Gruppen von FineArt-Fotografen aus dem Raum DC! Es gibt Refreshments und der Eintritt ist frei. Da das Event auf allen einschlägigen Sites bekannt gemacht wird (PhotoWeekDC, Washington Post, Culturadar, etc.), ist damit zu rechnen, dass es voll wird. Auch die Torpedo Factory hat gleich zweimal gebloggt ("Details emerge, subtleties ripen": Fotographers at the Factory und Celebrate FotoWeek DC at the Torpedo Factory! - lesenswert!).

Ich selbst kann leider nicht kommen, denn ich bin in Deutschland. Was etwas unglücklich ist, denn es werden auch drei "Honorable Mentions" und ein "Best in Show" verliehen. Nein, Scherz beiseite, wer letzeren bekommt, weiß ich schon, auf auf die übrigen drei muss ich mir keine Hoffnungen machen! Dumm ist aber auch, dass ich die komplette FotoWeekDC verpasse, und mit ihr einige Shows und Seminare, an denen ich gerne teilgenommen hätte. Wie so oft im Leben muss mitunter Prioritäten setzen. bestimmt klappt es im nächsten Jahr.

Ach ja, und warum heisst es nun "Invitational Exhibit"? Ganz einfach, auf den Einladungen steht geschrieben: "First Annual Invitational Exhibit" der "Fotographers at the Factory". Man wird also A) eingeladen, um teilnehmen zu dürfen, und B) das Ganze findet im nächsten Jahr wieder statt.

War doch gar nicht so schwer, oder? ;-)

Monday, November 5, 2012

Sonnenuntergang am "Hemingway's"

Fährt man von Washington an die Chesapeake Bay, muss man kurz hinter Annapolis die Chesapeake Bay Bridge überqueren. Direkt dahinter befindet sich ein kleiner Flughafen und die Bay Bridge Marina, und an ihrem Ende steht ein Restaurant mit dem Namen "Hemingway's":



Es hat einen nette Veranda, einen Steg zum Wasser, eine Bar und einen schönen Restaurantbereich. Das Ganze in Kombination mit gutem Essen und einem tollen Ausblick auf die Bay Bridge:



Wir waren eine Woche vor Sandy hier, um ein paar Tage an der Bay zu verbringen, und nachdem der Besuch auf dem Hinweg sehr schön gewesen war, wollten wir auch auf dem Rückweg einen Stopp im Hemingway's einlegen.

Das klappte allerdings nur noch mit Mühe, denn kurz zuvor hatte ein Leck geschlagener Propan-Tanker die Brücke vollständig lahmgelegt und für ein gigantisches Aufgebot an Feuerwehr, Rettungswagen und Hubschraubern gesorgt.

Wir konnten dem Stau in letzter Sekunde entgehen und fanden uns nach einigen Irrwegen tatsächlich am Hemingway's wieder. Zwar steckte auch die Hälfte des Personals im Stau, aber es hatten auch nur wenige Gäste den Weg bis zum Restaurant geschafft.



So hatten wir die einmalige Gelegenheit, die Stunden bis zur Aufhebung der Sperrung in der warmen Abendsonne und der beschaulichen Atmosphäre des fast leeren Hemingway's zu genießen:



Kann man eine dreistündigen Vollsperrung besser überstehen?

Irgendwann wurde der Verkehr wieder freigegeben und wir fuhren entspannt und ohne weitere Schwierigkeiten zurück nach DC.

Wednesday, October 31, 2012

Really Great Falls

Wie gestern angekündigt, führt der Potomac am Tag zwei nach Sandy viel Wasser. Sehr viel Wasser! Aus West Virginia kommend, braun und aufgewühlt. Was dazu führt, dass die Flut den Potomac 20 Meilen weiter flussabwärts, in Georgetown oder Alexandria, über die Ufer treten lässt. Aber das passiert sowieso mehrmals im Jahr und richtet normalerweise keine größeren Schaden an.

Die Plattform an den Great Falls ist für Besucher gesperrt und die dorthin führende Brücke wird von einer Rangerin bewacht. Bessere Bilder bekommt man, wenn man sich in die Büsche schlägt und auf die Felsen unterhalb der Brücke klettert:



Man muss etwas aufpassen, dass man auf den rutschigen Steinen nicht ausrutscht, aber ganz so gefährlich wie es aussieht, ist es auch wieder nicht. Etwas störend war nur die Gischt, die überall in der Luft herum wirbelte und Objektiv und Kamera einnebelte.

Tuesday, October 30, 2012

Sandy, Sandy, GO Away...

...Come Again NO other DAY.

Das stand auf der Tür eines Geschäfts am Ende der King Street in Old Town Alexandria:



Alexandria liegt ein paar Meilen südlich von DC, direkt am Potomac River. Der ist gestern tatsächlich über die Ufer getreten, aber nur ein paar Zentimeter. So waren in Old Town zwar viele Sandsäcke zu sehen, aber offenbar gab es keine größeren Schäden:



Überraschenderweise konnten wir trotzdem mehrere Film- und Fernsehteams und diverse Fotojournalisten bei der Arbeit beobachten:



Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass die Einwohner den Sturm keinesfalls als überstanden ansehen, sondern wegen der Regenfälle in den Oberläufen des Flusses mit weiteren Potomac-Fluten rechnen. Die mit Hilfe von Freiwilligen gefüllten und an Anwohner und Geschäftsleute verteilten Sandsäcke waren es, die die Journalisten interessierten.

Insgesamt hat sich allerdings der Eindruck von heute morgen bestätigt: Washington DC und Umgebung scheinen offenbar mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein! Nicht so dagegen New York, wo Sandy verheerende Schäden anrichtete. Alle Medien sind am Tag nach dem Hurrican voll davon, und das gesamte Ausmaß wird erst langsam sichtbar.

Es ist vorbei

Sieht so aus, als wär's geschafft.

Das Haus steht noch, der Keller ist nicht überflutet und wir haben Strom. Es regnet nur noch leicht und der Wind weht mit 10 mph. Das Barometer ist von 968 auf 980 hPa gestiegen. Es ist kalt geworden.

Wir haben Glück gehabt; New York und die anderen Städte an der Ostküste hat's schlimmer erwischt.

Noch eine Stunde bis Sonnenaufgang.

Monday, October 29, 2012

Sandy am Montag

In Potomac wird es gerade dunkel, und der schlimmere Teil des Hurricanes bahnt sich an. Bisher gab es in unserer Region "nur" Dauerregen und Sturm, aber in ein paar Stunden wird "Sandy" an Land gehen und weitere Regenmassen und Böen mit 70 bis 80 mph mit sich bringen.

Die Straßen sind wie leer gefegt, öffentliche Einrichtungen, Behörden und Geschäfte geschlossen. Praktisch das gesamte öffentliche Leben ist hier seit heute Mittag zum Erliegen gekommen. Im Gegensatz zu den Küstenregionen ist aber noch nicht wirklich viel kaputt gegangen.

Nachfolgend ein paar Eindrücke aus der Region; aufgenommen heute Nachmittag, zwischen 16:00 und 18:00 Uhr.


Abgerissene Äste und Laub auf der Gainsborough Road in Potomac


Ein menschen- und autoleerer Rockville Pike


Einer der wenigen Fußgänger in der Nähe des Rockville Town Square


Rechte Spur überflutet: Auch die Polizei kämpft mit den Fluten


Bei diesem Wetter hilft auch der Regenschirm nicht mehr

Nachtrag von ca. 22:00 Uhr:

Das Licht flackert schon seit Stunden bedenklich, aber der Strom ist noch da! Das Stormcenter von PEPCO, dem nach den letzten Stromausfällen sehr in die Kritik geratenen lokalen Stromversorger, zeigt etwa 12000 stromlose Haushalte in Montgomery County an. Das ist einigermaßen erfreulich, denn nach dem Derecho im Juli waren es Hundertausende!

Das Unwetter erinnert hier derzeit sehr an die stärkeren norddeutschen Herbststürme: nervig und unangenehm, aber (für den einzelnen Haushalt) nicht desaströs. Wenn es so bleiben sollte, wären wir noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Das soll allerdings keine Prognose sein, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben! So wie jetzt wird es noch mindestens 12 - 16 Stunden weitergehen, und die Küstenorte am Atlantik und New York hat es schon ziemlich übel getroffen.

Ebenso erstaunlich wie erfreulich finde ich, dass die Presse so gut funktioniert. Aktuelle Infos finden sich dankenswerter Weise auf allen wichtigen Websites, etwa bei der New York Times, der Washington Post oder auf Spiegel Online. Wenn man weit weg ist, mag diese bilderreiche, minutengenaue Berichterstattung nach Sensationsjournalismus riechen. Ist man vor Ort, freut man sich über jedes aktuelle Stück Information.

Sunday, October 28, 2012

Warten auf Sandy

An der Ostküste der Vereinigten Staaten braut sich ein Unwetter zusammen. Radio und Fernsehen sind voll davon, auch die deutschen Medien sehen es als große Sache an.

Grund ist der riesige Hurrican "Sandy", der in der Karibik viele Menschen getötet und schwere Verwüstungen angerichtet hat, und der sich in den USA womöglich noch mit einem aus dem Landesinneren kommenden Wintersturm überlagern wird.

Problematisch ist nicht nur der orkanartige Wind, sondern auch die Menge des niedergehenden Regens. Ebenso die gigantische Ausdehnung des Sturms. Das hier mit dem Namen "Frankenstorm" betitelte Unwetter wird etwa zwei Tage andauern.

Der "Landfall" wird morgen oder übermorgen in Delaware erwartet. Derzeit ist es in Maryland und Nord-Virginia noch verhältnismäßig ruhig.



An der Küste von South Carolina stürmt es aber schon kräftig, Ocean City hat bereits "landunter". New York hat den Ausnahmezustand verhängt, weite Teile des Zug-, Bus und Flug-Verkehrs werden eingestellt. Schulen und Behörden (auch die dt. Botschaft) bleiben geschlossen.

Vermutlich wird hier morgen das öffentliche Leben stark eingeschränkt sein oder zum Erliegen kommen. Wir sind - so gut es geht - vorbereitet und hoffen, dass es glimpflich ausgeht. Laut den Meteorologen sind Überflutungen und Stromausfälle von mehreren Tagen unausweichlich!

Weitere Infos gibt es auf spiegel.de, auf der Website der Washington Post oder bei weather.com.

Friday, October 19, 2012

Kurz und kräftig

Auf der Falls Road hat uns ein kräftiger Regen überrascht. Die Sicht war gleich null, die Scheibenwischer kamen kaum noch gegen die Wassermassen an. Fahren war nur noch im Schritttempo möglich.



Aber wie das hier so ist, kurze Zeit später ist der Spuk vorbei und die Sonne kommt wieder zum Vorschein. Gut, wenn man ein fotografierendes Handy dabei hat. Schade, dass man es als Fahrer nicht verwenden darf ;-)

Friday, October 12, 2012

Einmal Brooklyn und zurück

Am vorletzten Samstag haben wir einen Tagestrip nach New York unternommen.

Genau, morgens hin und abends wieder zurück.

Was sich etwas großspurig nach einem Flug mit dem Cityjet und Shopping auf der 5th Avenue anhört, kann man als "Washingtonian" viel billiger haben. Mit dem Tripper-Bus kann man nämlich schon für 30 Dollar nach New York und wieder zurück kommen.

Abfahrt ist morgens um halb acht in Bethesda. Vier Stunden später findet man sich am Madison Square Garden wieder, mitten in Downtown Manhattan. Um 19 Uhr wird der Rückweg angetreten und weitere vier Stunden später ist man wieder in der Heimat.

Hört sich langweilig an, ist es auch. Aber immerhin springen sieben Stunden Manhattan dabei heraus, ohne dass man sich für 160 Dollar in ein übles Hotel einmieten und am nächsten Tag mit dem Trolley am langen Arm quer durch die Stadt laufen muss.

Die Busfahrt ist im Großen und Ganzen akzeptabel. Es gibt eine Flasche Wasser und ein hakeliges WLAN for free. Der Bus hat eine Toilette, und mit etwas Glück hält der Fahrer an einer der zahlreichen Raststätten an. Während der Fahrt kommt man an den sehenswerten Skylines von Baltimore und Philadelphia vorbei und kann während der letzten Viertelstunde die Hochhäuser von Manhattan bestaunen. Auch die Fahrt durch den Lincoln Tunnel ist ein Erlebnis, auf das man mit dem eigenen Auto gerne verzichtet.

Unse Ziel war diesmal nicht Manhattan, sondern Brooklyn. Also haben wir uns mit dem Taxi zum City Hall Park fahren lassen und uns zu Fuß auf den Weg über die Brooklyn Bridge gemacht. Die Brücke hat nicht nur eine tolle Architektur,...



...sondern bietet auch einen fantastischen Ausblick über den East River und Lower Manhattan:





Nach zwei Kilometern waren wir in Brooklyn und sind über die Washington Street zum Brooklyn Bridge Park gegangen. Auf dem Weg dorthin hat sieht man in Verlängerung der Straße die riesige Manhattan Bridge und genau zwischen ihren Pfeilern - in fünf Kilometern Entfernung - das Empire State Building (eine der bekannten DUMBO-Aufnahmen):



Der Park bot jede Menge Aktion...



...und einen tollen Blick auf Manhattan - der mich erschreckend an die etwas weiter nördlich aufgenommene, 9/11-Ikone von Thomas Hoepker erinnerte:



Den Rückweg haben wir über die Manhattan Bridge genommen, die mehr oder weniger parallel zur Brooklyn Bridge verläuft:





Sie führt direkt an der Weltzentrale der Zeugen Jehovas vorbei, einem riesigen Gebäudekomplex mit "Watchtower"-Inschrift auf dem Dach, und bietet ihrerseits einen fantastischen Ausblick auf Lower Manhattan mit der Brooklyn Bridge im Vordergrund. Am Ende der Brücke waren wir mit dem Chaos der Dächer von Chinatown auf Augenhöhe und sind schließlich ungefähr wieder dort gelandet, wo wir angefangen haben.





Der kleine Rundgang hat etwa drei bis vier Stunden gedauert. Wir konnten danach in aller Ruhe zum Bryant Park fahren, eine Kleinigkeit essen und hatten anschließend noch genügend Zeit, zu Fuß zur Bushaltestelle zurück zu gehen.

Friday, October 5, 2012

Jetzt wird's bunt

Wer hier in Maryland, Virginia oder West Virginia den "Indian Summer" erleben möchte, sollte nicht mehr allzu lange warten, denn aufgrund des trockenen Wetters wird er in diesem Jahr etwas früher eintreten als üblich.



Laut aktuellem Fall Color Report hat etwa der Shenandoah National Park bereits gute 50 Prozent seiner "Herbstfarbe" erreicht:

"Fall color in Shenandoah National Park overall is currently at 50% to 60%. Color arrived earlier than usual this year, and so the peak of color is likely to occur in the second week in October, which would put peak weekend at its usual Columbus Day Weekend spot – this year, Friday, October 5, through Monday, October 8."

Um einen Eindruck vom Stand der Laubfärbung zu bekommen, habe ich mir heute den Black Hill Regional Park bei Germantown angesehen. Dort ist das Laub aber noch nicht ganz so weit; vielleicht 10 Prozent der Bäume sind bisher so bunt wie dieser:



Was ihrer Wirkung allerdings keinerlei Abbruch tut, denn gerade die Kombination von rot und orange mit grün und gelb sieht sehr schön aus. Und einzelne bunte Bäume in einem Meer von einfarbigen fallen besonders gut auf.

Wie auch immer, wer es richtig machen will, fährt natürlich den Skyline Drive im Shenandoah National Park entlang! Auch wenn es dort in den nächsten Tagen und Wochen ganz bestimmt wieder sehr voll sein wird...

Tuesday, October 2, 2012

C & O Canal reactivated

Eigentlich ist der C & O Canal schon fast hundert Jahre außer Betrieb. Aber gelegentlich gibt es historische Events, in denen vorgeführt wird, wie der Transport von Gütern und Personen über den Kanal einst funktionierte.

Letzten Sonntag sind wir zufällig auf eine Vorführung an der Great Falls Tavern gestoßen. Der Kanal wurde geflutet und das dort liegende Schiff "Charles F. Mercer" reaktiviert. Touristen konnten dann wie in alten Zeiten auf dem Schiff eine der Schleusen durchqueren und sich mit Pferdekraft ein paar hundert Meter über den Kanal ziehen lassen.

Da ich keine "richtige" Kamera dabei hatte, habe ich das iPhone genommen und eine kleine Reportage geschossen. Mit seiner Brennweite von etwa 35 mm (entspr. KB) ist es - bei gutem Licht - die perfekte Immerdabei-Kamera für die Story zwischendurch. Auf Flickr beispielsweise ist das iPhone bereits die häufigsten genutzte Digitalkamera und hat die Canons, Nikons und Panasonics lange überholt.

Los geht's.


Die "Charles F. Mercer" wird von zwei Maultieren über den Kanal in die Schleuse gezogen.


Mit Muskelkraft wird das obere Schleusentor geschlossen. Auch die zuschauenden Touristen müssen mit anpacken.


Nachdem das Wasser heraus gelassen und das Schiff um einen guten Meter abgesenkt wurde, verlässt es die Schleuse durch das untere Tor.


Mit einer langen Stange wird die "Charles F. Mercer" gedreht; sie ist gerade so lang, wie der Kanal an dieser Stelle breit ist.


Nun hat das Schiff wieder an seiner Anlegestelle fest gemacht, um die Touristen ein- und aussteigen zu lassen. Im Hintergrund sieht man die Great Falls Tavern.

Wie ihr seht, kann man auch mit einfachen Mitteln eine kleine Story erzählen. Es braucht dazu nichts weiter als ein Smartphone, ein gutes Auge und ein bisschen Übung mit der Schreiberei. Am besten, ihr probiert es selbst einmal aus!

PS. Weitere Potomac Adventures Artikel zum C & O Canal finden sich hier.